Vernissage & Blacksmiths – Ein Auftakt nach Maß

Mit Kunst, Musik und bester Stimmung starteten die Altmühlsee Festspiele 2026 am 4. Juni in eine ganz besondere Festspielsaison. Den Auftakt bildete die Vernissage mit Werken von Margot Krug und Gerhard Postler. Während Krug mit ihren aus Schafswolle gefertigten Arbeiten die Natur in den Mittelpunkt rückte, begeisterte Postler mit kraftvollen, leuchtenden Gemälden. Schon am Eröffnungsabend fanden acht seiner 25 ausgestellten Werke einen Käufer – ein Rekord bei den Altmühlsee Festspielen.

Anschließend gehörte die Bühne den Blacksmiths. Nach ihrem erfolgreichen Festspieldebüt 2025 kehrte die Band nach Muhr am See zurück und zeigte drei Stunden lang, was sie auszeichnet: ein außergewöhnlich breites Repertoire, bekannte Songs mit ganz eigener Handschrift und jede Menge Spielfreude.

Das Publikum sang mit, klatschte, tanzte – und ließ die Blacksmiths erst nach zwei Zugaben von der Bühne.

Ein Auftakt voller Kunst, Musik und Begegnungen – und der perfekte Start in den Festspielsommer 2026.

Ziemlich beste Freunde – Freundschaft mit Herz und Biss

Humorvoll, berührend und manchmal herrlich respektlos: „Ziemlich beste Freunde“ begeisterte das Publikum der Altmühlsee Festspiele 2026 von der ersten Vorstellung an.

Harald Molocher als Philippe und Younes Tissinte als Driss erzählten die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft mit viel Spielfreude, bissigem Humor und leisen, emotionalen Momenten. Tina Münch und Malte Buhr komplettierten das Ensemble, Regie führte Klaudia Schmidt.

Es wurde gelacht, mitgefiebert und am Ende so manches Tränchen verdrückt. Bereits die Premiere endete mit Standing Ovations – und auch die weiteren Vorstellungen zeigten, wie sehr diese Geschichte unser Publikum erreichte.

Ein Stück über zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und darüber, was echte Freundschaft möglich macht.

Sincerely, a Friend – Mehr als nur „Hallelujah“

 

Rauschende Blätter in den hohen Bäumen, klappernde Störche auf den Dächern und eine ausverkaufte Freilichtbühne: Für „Sincerely, a Friend“ hätte es kaum eine schönere Kulisse geben können.

Die musikalische Lesung zeigte Leonard Cohen als Künstler und Menschen – voller Poesie, Leidenschaft, Zweifel, Sehnsucht und Widersprüche. Alessandro Mega (Gesang und Gitarre), Anja Lenz (Piano und Gesang), Franziska Argmann (Violine und Gesang) und Jonas Schmidt (Perkussion und Gesang) interpretierten Cohens Musik auf eindrucksvolle Weise. Robert Arnold führte mit seiner Lesung durch die Geschichte des großen Songpoeten.

Viele Gäste hatten die Produktion bereits im Vorjahr in Gunzenhausen erlebt und kamen eigens noch einmal nach Muhr am See. Am Ende gab es Standing Ovations.

Ein Abend mit einer fast hypnotischen Atmosphäre – und der eindrucksvolle Beweis dafür, dass Leonard Cohen weit mehr zu erzählen hatte als nur „Hallelujah“.

 

Der Tatortreiniger – Drei Geschichten, jede Menge Fragen

Schwarzer Humor, messerscharfe Dialoge und Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt: Mit „Der Tatortreiniger“ zog Schotty bei den Altmühlsee Festspielen ein.

Malte Buhr verkörperte die Kultfigur des Tatortreinigers, an seiner Seite standen Klaudia Schmidt und Julia Maria Trautvetter auf der Bühne. In drei Episoden geriet Schotty in Begegnungen, die ebenso skurril wie tiefgründig waren.

Fleischkonsum und Moral, Toleranz und Menschenwürde, Vorurteile und schließlich die Frage, welchen Einfluss selbst ein Vorname auf unser Bild von einem Menschen haben kann: Zwischen den Lachern gab es immer wieder Momente, in denen das Publikum die eigenen Denkmuster hinterfragen durfte.

Und selbst die angekündigten Junikäfer hielten respektvollen Abstand. Am Ende gab es tosenden Applaus für einen Theaterabend, der bestens unterhielt und gleichzeitig noch lange Gesprächsstoff lieferte.

Denn gutes Theater darf zum Lachen bringen – und trotzdem dort weiterarbeiten, wo der Vorhang längst gefallen ist.

 

Klassik heier amol net am See – Ein Finale mit Gänsehaut

Mit Musik hatten die Altmühlsee Festspiele 2026 begonnen – und mit Musik endete sechs Wochen später eine außergewöhnliche Festspielsaison.

Unter dem Titel „Übergänge – Gitarrenmusik zwischen Klassik und Folklore“ nahmen junge Künstlerinnen und Künstler der Hochschule für Musik Nürnberg das Publikum mit auf eine musikalische Zeit- und Weltreise. Qi Wu, Maximilian Dierks, Joanna Isaeva und Sophie Marie Althammer zeigten eindrucksvoll, welche Klangfarben und Emotionen einer Gitarre entlockt werden können.

Gemeinsam mit Lucia Keil an der Flöte und Daniil Blaniar als Countertenor entstand unter der musikalischen Leitung von Stefan Hofmann ein außergewöhnlicher Konzertabend. Werke unter anderem von Mauro Giuliani, Astor Piazzolla, Béla Bartók, Dusan Bogdanović und Manuel de Falla führten von klassischer Gitarrenkunst über südamerikanische Rhythmen bis zur Folklore Spaniens und des Balkans.

Für einen besonderen Gänsehautmoment sorgte der Abschluss mit Daniil Blaniar. Mit seiner Stimme, Mimik und schauspielerischen Ausdruckskraft zog er das Publikum so sehr in seinen Bann, dass nach dem letzten Ton lautstark eine Zugabe gefordert wurde.

Kaiserwetter, kaiserliche Stimmung und ein musikalisches Finale, das einer Rekordsaison die Krone aufsetzte.

Mit knapp 2.500 Besucherinnen und Besuchern gingen die Altmühlsee Festspiele 2026 schließlich so erfolgreich zu Ende wie noch nie.

Was für ein Sommer. Was für eine besondere Zeit.

 

Fotos: Jessica Frank/Alexander Kurz

Haben Sie Fragen?

Datenschutz