Eröffnung der 21. Altmühlsee Festspiele

Am 19. Juni fiel der Startschuss für die Festspiele 2025 – mit der stimmungsvollen Vernissage von Michael Lange im AIZ. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher ließen sich die Eröffnung der Ausstellung „Experimente 3.0“ nicht entgehen! Doris Schicker, 2. Bürgermeisterin von Muhr am See, freute sich sichtlich über die vielen Gäste – und natürlich über das perfekte Wetter für unser geliebtes Freilichttheater.
 
Ab 19:30 rockten dann die Blacksmiths bei ihrem Live-Debüt im Innenhof – und das Publikum war begeistert! Tanzen, Mitgehen, Gänsehaut-Momente inklusive.
Der Abend klang entspannt bei feinen Snacks und kühlen Getränken vom Freundeskreis Altmühlsee Festspiele e.V. aus – DANKE für euer großartiges Engagement!

Georg Büchners WOYZECK

von Georg Büchner

mit Anne Distler, Conny Rockenschuh, Ellen Kießling-Kretz, Harald Molocher, Tina Münch, Alexander Schmiedel, Hagen Ullmann und Alexander Wagner
Regie: Harald Molocher

»Der Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabsieht.«

Woyzeck ist ein Außenseiter: finanziell an den untersten Rand der Gesellschaft gedrängt, von Vorgesetzten gedemütigt, von der Wissenschaft als Studienobjekt missbraucht. Er tut alles, um seine Geliebte Marie und ihr Kind durchzubringen. Als Marie sich vor dem von Wahnvorstellungen geplagten Woyzeck in die Arme des Tambourmajors flüchtet, verliert Woyzeck den letzten Halt in seinem Leben …
Büchners Bühnenfragment aus dem Jahr 1836 basiert auf dem Fall des Soldaten Woyzeck, der seine Geliebte erstach und dafür 1824 zum Tode verurteilt wurde. Das poetische und bildgewaltige Werk gehört zu den einflussreichsten Dramen der deutschen Literatur – und erzählt immer wieder neu von einer Gesellschaft, die so menschenfeindlich eingerichtet ist, dass sie ihre eigenen Monster schafft.

Der Enkeltrick

 

Kriminalkomödie von Frank Piotraschke
mit Klaudia Schmidt und Malte Buhr
Regie: Harald Molocher

Die Alten schlagen zurück!

Eine weit verbreitete Betrugsmasche, bei der Kriminelle ältere Menschen kontaktieren und sich als ihre Enkel oder nahe Verwandte ausgeben. Die Täter täuschen vor dringend finanzielle Unterstützung zu benötigen und betrügen ihre Opfer. Doch was passiert, wenn der Spieß umgedreht wird?
Ganz nach dem Motto „die Alten schlagen zurück“ gerät die Geschichte zwischen der schlagfertigen Veronica und ihrem zerstreuten Enkel Manfred völlig außer Kontrolle. Als Manfred nach 16 Jahren Kontaktpause seine Großmutter Veronica besucht, erwartet ihn alles, nur nicht das, was folgt. Zunächst teilt ihm die ältere Dame mit, dass sie ihn zum Alleinerben machen möchte, dass jedoch nicht ohne bestimmte Bedingungen.
Was Manfred dann im Keller entdeckt, weckt seinen Fluchtinstinkt blitzschnell. Doch die Haustür ist verschlossen, und sein Handy verschwunden. Und für Veronica ist die Unterhaltung noch lange nicht beendet.

 

Die Wand

von Marlen Haushofer, Fassung Dorothee Hartinger

Eine Frau: Dorothee Hartinger
Regie: Christian Nickel

Eine Frau wacht eines Morgens in einer Jagdhütte auf und findet sich eingeschlossen von einer unsichtbaren Wand, hinter der kein Leben mehr existiert. Was ihr bleibt sind ein Hund, eine Katze, eine Kuh, die Berge, eine Alm.

“Durch die Wand wurde ich gezwungen, ein ganz neues Leben zu beginnen, aber was mich wirklich berührt ist immer noch das gleiche wir früher: Geburt, Tod, die Jahreszeiten, Wachstum und Verfall. Die Wand ist so sehr Teil meines Lebens geworden, dass ich oft tagelang nicht an sie denke, sie geht mich in Wahrheit nichts an.“

Marlen Haushofers Roman ermöglicht viele Deutungsmöglichkeiten. „Die Wand“ als Symbol für Barrieren, die uns von den Mitmenschen trennen; Krankheit, Depression, Ausgrenzung, Einsamkeit. Die Bedrohung und zugleich die Sehnsucht, gezwungen zu werden, ohne Menschen zu leben.

Dorothee Hartinger spielt in szenischer Einrichtung von Christian Nickel diesen österreichischen Jahrhundertroman nromalerweise auf der Feststiege des Burgtheaters, die mit ihrer wuchtigen Unwirtlichkeit einem Naturereignis gleichkommt. Muhr wird diese Wuchtigkeit der Geschichte auf der Freilichtbühne erleben.

 

Wahnsinnige Annäherung

Klaudia Schmidt begeisterte gemeinsam mit den Jazzmusikern Thorsten Töpp (Gitarre) und Christofer Varner (Posaune) auf der Freilichtbühne in Muhr am See mit einem intensiven Mix aus experimentellem Jazz, schwarzem Humor und kraftvoller Schauspielkunst.
Das musikalische „Duell“ der beiden Musiker, das seit über 20 Jahren immer wieder neu erfunden wird, wurde durch Klaudia Schmidts Texte und Spiel zu einer ebenso witzigen wie tiefgehenden Auseinandersetzung, in der das Publikum fast therapeutisch eingebunden war.

Da nur wenige Besucher den Mut zu diesem außergewöhnlichen Kunstexperiment hatten, rückte Intendant Harald Molocher das Publikum kurzerhand auf die Bühne – eine Nähe, die eine besondere Verbindung zwischen Akteur*innen und Zuschauern entstehen ließ.
Die Anwesenden waren begeistert und sich einig: Dieser außergewöhnliche Abend hätte weitaus mehr Zuschauer verdient.

Fotos: Klaus Heger

 

Klassik am See

Kontrabass Quartett der Nürnberger Klasse!

Von argentinischen Tangos bis deutsche Schlager, von italienischer Oper bis Wiener Walzer, das Bass Quartett der Nürnberger Klasse bot eine bunte Vielfalt und ein abwechslungsreiches Programm an und schenkte einen Abend voller Unterhaltung. Vier junge Bassisten aus Nürnberg zeigten ihre Musikalität und überraschten auf dem größten Streichinstrument des Orchesters mit ihrer Virtuosität. So haben wir den Bass noch nie gehört!

 

Fotos: Jessica Frank/Alexander Kurz

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